Das Bahnhofsgelände in der Kritik
Bürgerversammlung | Die Niederlamitzer machen sich Sorgen um das äußere Erscheinungsbild ihres Ortes und nehmen Anstoß am Areal im Umfeld der Bahnsteige
Niederlamitz – Die Niederlamitzer machen sich Sorgen um das Erscheinungsbild ihres Ortes. Dies wurde während der lebhaften Diskussion bei der Bürgerversammlung deutlich. Etwa 40 Bürger hatten sich in der Gaststätte „Wustung“ eingefunden.
Niederlamitz, so sagte Heinrich Stöhr, habe jetzt zwar einen schönen Bahnhof. Jedoch der Zustand des Areals außerhalb der neuen Bahnsteige sei
beschämend. Hier sehe es „grausam“ aus. Es sei dringend geboten, das Umfeld des Bahnhofs in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen.
Bürgermeister Thomas Schwarz antwortete, der Bauausschuss des Stadtrates habe das Gelände bereits in Augenschein genommen. Dieses sei jedoch im Eigentum der Bahn. Er, Schwarz, habe der Bahnverwaltung in Nürnberg Vorschläge für eine Verbesserung unterbreitet. Die Angelegenheit sei jedoch von Nürnberg an die Zentralverwaltung in Frankfurt weitergereicht worden. Nun müsse man mit einer Wartezeit von bis zu einem Jahr rechnen.
Udo Spaderna machte auf die Bauruine in Niederlamitzerhammer aufmerksam, die sehr verunstaltend wirke. Im Hinblick auf die Hochfrankenspielen
im August sei hier dringend Handlungsbedarf gegeben.
Heinrich Stöhr monierte, dass in den anderen Ortsteilen im Rahmen der Dorferneuerung wesentliche Verbesserungen vorgenommen würden, jedoch
nicht in Niederlamitz. Bürgermeister Schwarz erklärte, dass in Niederlamitz nicht die übliche Flurbereinigung vorausgegangen sei. Um bei der Dorferneuerung zum Zuge zu kommen, müssten Wartezeiten von mehr als zehn Jahren in Kauf genommen werden.
Stöhr wies darauf hin, dass es in Kirchenlamitz den Steinbruchweg und den Kartoffelpfad gebe, für die auch geworben werde. Auch in Niederlamitz
gebe es interessante Wanderstrecken, wie etwa zum Wackelstein oder zur Ruine Hirschstein. Auf diese sollte mehr aufmerksam gemacht werden.
Zu Beginn der Bürgerversammlung hatte Bürgermeister Schwarz seinen Rechenschaftsbericht vorgetragen. Er erwähnte den Ausbau des Bahnübergangs Niederlamitz mit der Anlage eines Gehweges entlang der Kreisstraße. Wie er sagte, wurde inzwischen der Tiefbrunnen Schlossleithe in Kirchenlamitz fertiggestellt und an die Wasseraufbereitungsanlage angeschlossen. Die Gesamtkosten bezifferte Schwarz auf voraussichtlich 450000 Euro. Als Nächstes stünde die Verbindungsleitung zwischen Kirchenlamitz und Niederlamitz an. Nach eingehender Abwägung habe sich der Stadtrat zu dieser Maßnahme entschlossen. Die Sanierung der Kornbergquellen sowie der Tiefbrunnen in Niederlamitz wäre sehr aufwendig gewesen. Auch sei hier die Wasserqualität auf Dauer nicht gesichert.
Wie Schwarz sagte, ist nach dem jetzigen Erkenntnisstand der Hauptschulstandort Kirchenlamitz bis mindestens 2015 gesichert. Wie allerdings der Staat seine Schulpolitik ausrichtet, bleibe abzuwarten. Dabei spiele auch das Thema „Ganztagsbetreuung“ in der Zukunft eine Rolle.
Auch das Interkommunale Altenhilfe- und Mehrgenerationenkonzept für das nördliche Fichtelgebirge war ein Thema im Bericht des Bürgermeisters.
Für das Projekt sei eine Umfrage durchgeführt worden. Inzwischen gebe es eine erste Auswertung. Die Werte würden noch verfeinert und auf die einzelnen Kommunen „heruntergebrochen“. In die Beurteilung werde die Fachhochschule Zwickau einbezogen. Als Nächstes folgten Bürgerforen mit dem Arbeitstitel „Aktiv im Alter“. Hierfür stehe Pfarrer Wolfram Lehmann vom Evangelischen Bildungszentrum Alexandersbad zur Moderation zur Verfügung. Schwarz: „Wir werden demnächst Termine abstimmen, um mit den Akteuren und Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen.“ Willi Fischer
Quelle: Frankenpost vom 13. März 2009_______
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