Der Lohn des Miteinanders
Modellprojekt | Neun Kommunen wollen ihre Angebote für ältere Menschen und Familien bündeln.
Projektleiter Michael Stein ist sich sicher, dass jeder davon profitiert.
Schwarzenbach an der Saale – Michael Steins Vision ist seit wenigen Wochen seine offizielle Mission: Im Miteinander sollen neun Gemeinden, deren Bürger und Betriebe für sich mehr erreichen und die Region attraktiver und besonders lebenswert werden lassen. Das Projekt trägt derzeit noch den sperrigen Namen Interkommunales Altenhilfe- und Mehrgenerationenprojekt. Steins erster Schritt: „Herausfinden, was die Menschen wollen und sie davon überzeugen, dass jeder etwas davon hat.“
Angebote eines Oberzentrums
Das Rad will der 31-jährige Diplom-Soziologe nicht neu erfinden,sondern Vorhandenes vernetzen und so die Menschen zusammenbringen. Die Idee liegt auf der Hand: Nicht jede Kommune kann alle Angebote von der Krippe bis zum Seniorenheim, vom Ärzte- bis zum Mehrgenerationhaus bieten. „Aber wenn man die neun Kommunen mit ihren 35000 Menschen als Einheit betrachtet, dann hat man die Angebote eines Oberzentrums“, sagt Stein. Man müsse das alles nur miteinander verknüpfen und die Senioren oder Mütter mit ihren Kindern beispielsweise mit einem Bürgerbus von Ort zu bringen – gesteuert von einem Ehrenamtlichen.
Auf Freiwilligkeit beruht vieles, was Stein in den kommenden drei Jahren auf den Weg bringen will. Das ist eine der Besonderheiten des staatlich geförderten Modellprojekts. Wer für ältere Menschen den Rasen mähen oder ihnen beim Einkaufen helfen kann, ist aufgerufen, sich zu melden. Und solcherlei Angebote gebe es bereits zuhauf, nur wisse ein Kirchenlamitzer oftmals nicht, dass es in Marktleuthen die erhoffte Unterstützung gäbe. Das Büro von Stein soll künftig das Bindeglied sein.
Was aber hat die Wirtschaft davon? „Viel“, antwortet der Soziologe. Denn richtig nach außen vermarktet vermag das attraktive Wohnumfeld Fachkräfte in die Region zu locken, und die sucht die Wirtschaft in bestimmten Bereichen händeringend. Hier kann man arbeiten und alt werden, soll die Botschaft lauten. Ferner falle es so auch leichter, gut qualifizierte Leute samt ihrer eventuell pflegebedürftigen Eltern ins nördliche Fichtelgebirge zu bekommen. Und da der Nutzen für Unternehmen greifbar sei, hofft Stein auch auf Sponsoren, die manches vom Wunsch zum konkreten Angebot werden lassen.
Noch sind das alles Ideen. Und die Suche danach ist längst nicht abgeschlossen. Die meisten Einfälle sollen die Bürger selbst beisteuern, schließlich wüssten sie am besten, was sie wollen. Unterstützt von der FH Zwickau, werden die Einwohner der neun Kommunen nach ihren Vorstellungen befragt; zugleich soll das Projekt allen detailliert schmackhaft gemacht werden. Stein: „Es funktioniert natürlich nur, wenn alle mitmachen.“ hawe
Interkommunale Zusammenarbeit
Dem „Interkommunalen Entwicklungskonzept“ angeschlossen sind im Landkreis Hof die Gemeinden Oberkotzau, Schwarzenbach an der Saale, Sparneck und Zell, aus dem Landkreis Wunsiedel sind dies Kirchenlamitz, Marktleuthen, Röslau, Schönwald und Weißenstadt. Wer mehr darüber erfahren möchte oder gute Ideen für das Altenhilfe- und Mehrgenerationenprojekt – zum Beispiel einen griffigen, aussagekräftigen Namen – einbringen will, kann sich an dessen Projektleiter Michael Stein wenden: Stadt Schwarzenbach an der Saale, Ludwigstraße 4, 95126 Schwarzenbach an der Saale, Telefon 09284/933-33, Fax 09284/933-66 33, E-Mail:
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Quelle: FRANKENPOST vom 30. Mai 2008___________
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