Ein Mittagessen für Alleinstehende
Bürgerforum "Aktiv im Alter" | Erfolgreicher Start der Stadt Schönwald ins interkommunale Konzept "Generation 1-2-3". Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger kommen zur Auftaktveranstaltung ins evangelische Gemeindehaus.
Schönwald – Das interkommunale Altenhilfe- und Mehrgenerationenkonzept „Generation1-2-3“ ist zumindest für Schönwald auf dem Weg. Nach der Ende vergangenen Jahres in den neun Interkom-Gemeinden durchgeführten Fragebogenaktion schloss sich nun ein Bürgerforum im evangelischen Gemeindehaus an. Dazu waren mehr als 60 Schönwalder aus allen gesellschaftlichen Schichten gekommen – junge Mütter und Väter, über das Mittelalter bis hin zu 80-jährigen Seniorinnen und Senioren.
Projektmanager Michael Stein stellte die Ergebnisse der Fragebogenaktion vor und leitete zur Umsetzung die anschließende Bildung der Arbeitskreise „Mobilität“ und „Begegnung der Generationen“ ein.
Die Moderation des Nachmittags übernahm Pfarrer Wolfram Lehmann vom evangelischen Bildungszentrum in Bad Alexandersbad.
Als wesentliche Erkenntnisse nannte er den Umstand, dass es in den neun Interkom-Mitgliedsgemeinden sehr viele Menschen gibt, die ehrenamtlich tätig sind und Gutes tun.
Neben dem Austausch „Alt hilft Jung“ stehe bei den Leuten vor allem die Mobilität im Vordergrund. Dazu zählten Wohnen mit Beratung und Wohnungsanpassung und Versorgung mit mobilen Läden sowie Liefer- und Bringservice. Gesucht würden auch Möglichkeiten, zu einem Arzt zu kommen. „Hier besteht überall großer Handlungsbedarf“, so Stein.
Genannt wurden außerdem Bürgerbus und Mitfahrbörse, ebenso wie Barrierefreiheit im öffentlichem Raum. „Es ist wichtig, die eigene Wohnung oder das eigene Haus rechtzeitig barrierefrei zu gestalten.“
Bei den „Begegnungen der Generationen“ wurde der Bedarf an Computer und Fitnesskursen ebenso geäußert wie die Vernetzung der ehrenamtlich Tätigen und Nachbarschaftshilfen. Stein erwähnte zudem Tagesmütter, Leihoma und Tagestöchter. „Von großer Bedeutung ist der soziale Austausch.“
Als Beispiel führte der Projektmanager Spielplätze auf, deren Geräte von Jüngeren und Alten gemeinsam genutzt werden könnten. Prinzipiell sind die Befragten bereit, die Hand und Spanndienste zu bezahlen. Für Fahrten zum Arzt oder Hilfe bei Besorgungen wurde die Bereitschaft, eine Aufwandsentschädigung in Höhe von fünf Euro zu bezahlen, genannt. Mit jeweils zehn Euro wären die Leute bereit, Gartenarbeiten und kleinere Handgriffe im Haushalt zu entlohnen.
Für Schönwald ergibt sich ein besonders interessanter Wert: 64,3 Prozent aller Schönwalder Befragten gaben an, sich sehr gut von der Stadt eingebunden zu fühlen, während das bei anderen Kommunen 56,6 Prozent sagen. „Diese Feststellung treffen Einheimische wie auch Zugezogene“, so Stein.
Für Bürgermeister Robert Frenzl dürfte dies „Musik in seinen Ohren“ gewesen sein. Er nannte die Veranstaltung einen guten Start. „Schönwald ist die erste Kommune im Interkom-Gebiet, die ein Bürgerforum durchführt“, betonte Frenzl. Und auch die Ergebnisse der beiden Arbeitskreise konnten sich am Ende sehen lassen. Es wurde eine Verbesserung der Mobilität bei den stadtinternen Fahrten angeregt, wie zu Seniorenclubs und Kirchenveranstaltungen. Umgesetzt werden soll das mit privater Mitfahrgelegenheiten und Bürgerbus. Zudem wurde eine gemeinsame Mittagsverpflegung für Alleinstehende jeden Alters angeregt.
Ende März werden unter Federführung der Stadt beide Arbeitskreise noch einmal zusammenkommen und ihre Ergebnisse weiter ausarbeiten. R. D.
Arbeitskreise
Was soll erreicht werden?
Wer setzt es um?
Wann soll es passieren?
Der nächste Schritt!
Quelle: Frankenpost vom 24. Februar 2009__________
Download: Ein Mittagessen für Alleinstehende
Download Evaluation

