* Neues zu Generation 1-2-3 *

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Präsentation Generation 1-2-3

Hier finden Sie zum Modellprojekt Generation 1-2-3 eine Ende 2010 erstellte
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"Ein Seniorenbeirat ist schnell gegründet"

Bürgerforum | Die „Begegnung der Generationen" soll besser werden in Oberkotzau. Viel dreht sich um altersgerechtes Wohnen.


Jugendparlament, Jugendtreff – unter dem Stichwort Zukunft passiert in Oberkotzau einiges. Herr Stein, Sie sind Leiter des Projekts „Generation 1-2-3“, sind nun die Senioren am Zug?

Das Modellprojekt „Generation 1-2-3“ legt seinen Schwerpunkt auf die ältere Generation, aber immer in Kooperation mit den Jüngeren. Der demographische Wandel geht ja alle an. Für Oberkotzau hat deshalb gerade auch der Jugendbeauftragte Martin Pohl an dem Thema mitgearbeitet und die Ergebnisse des Arbeitskreises zur Gründung eines Seniorenbeirates den anderen Teilnehmern präsentiert. Der „Zug“ nimmt erst Fahrt auf, wenn alle Generationen an Bord sind.

Gibt es bereits erste konkrete Wünsche, die – auch in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden – umsetzbar sind?

Die Ergebnisse der Umfrage und die Diskussion jetzt im Rahmen des Bürgerforums in Oberkotzau ergab drei Projekte, deren Umsetzung in drei Arbeitskreisen – „Seniorenbeirat“, „Begegnung der Generationen“, „Altersgerechtes Wohnen“ – konkret geplant wurde. Die Gründung eines Seniorenbeirates ist dabei schnell umsetzbar. Eine Kooperation innerhalb des nördlichen Fichtelgebirges erfolgt hier mit Weißenstadt, das zu Jahresbeginn einen Seniorenbeirat gegründet hat und damit erste Erfahrungen sammeln konnte.

Und wie schaut es mit den anderen Initiativen aus?

Das Projekt „Begegnung der Generationen“ soll nach Gründung des Seniorenbeirats als dessen erste Initiative für Oberkotzau angegangen werden. Hierbei geht es darum, bürgerschaftliches Engagement von Jüngeren für Ältere und Älteren für Jüngere zu organisieren. Auch hier wird man auf Erfahrungen anderer Gemeinden des nördlichen Fichtelgebirges sehr gut aufbauen können.

Und das „Altersgerechte Wohnen“?

Das ist ein Projekt, welches für längere Zeit angelegt sein wird. Der Arbeitskreis hat sich hierbei darauf verständigt, dass eine Sensibilisierung und eine genau Bedarfsanalyse für Oberkotzau erste notwendige Schritte sind. In vielen anderen Kommunen, etwa in Schwarzenbach an der Saale, ist dies ebenfalls Thema des Bürgerforums gewesen. Daher wird auch hier durch den Erfahrungsaustausch eine enge interkommunale Zusammenarbeit erfolgen.

Altersgerechtes Wohnen gehört zu den Forderungen seitens der Senioren. Was muss man sich darunter vorstellen? Zentrale Betreuung oder ein möglichst langes Leben in der angestammten Wohnung?

Im Fragebogen haben wir bewusst keine genaue Definition dazu geliefert, weil dies sehr viele Aspekte umfassen kann. Dies beginnt mit einer Wohnung, die barrierefrei erreichbar und begehbar ist. Die Nähe zu Geschäften für den täglichen Bedarf und die gute Anbindung zum ÖPNV, ein Hausnotruf oder eine Sozialstation in direkter Nachbarschaft können weitere Kriterien sein. Dies kann gehen bis zu dem Modell einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft, welche sich nur noch wenig von den Hausgemeinschaftmodellen der Seniorenheime unterscheidet. Das möglichst lange Leben in der angestammten Wohnung ist fast immer der Wunsch der Senioren, so dass dies auch oberstes Bestreben von „Generation 1-2-3“ und dem Markt Oberkotzau ist. Die Baugenossenschaft in Oberkotzau beispielsweise arbeitet mit dem Ambulanten Pflegedienst ASD zusammen und saniert dabei schrittweise Wohnungen, die sich im Erdgeschoss befinden. Für ein sogenanntes „Service- Wohnen“ zahlen die Mieter dabei eine monatliche Betreuungspauschale.

Wie schätzen Sie die reale Nachfrage ein? Immerhin lag die Beteiligung an der Fragebogenaktion bei nur fünf Prozent – in Oberkotzau lag der Anteil der Senioren davon zudem unter dem Durchschnitt.

Sie haben Recht. Wenn man nur nach der Fragebogenaktion gehen würde, wäre die Nachfrage nach Projekten innerhalb der Altenhilfe und für die aktive Einbindung der Älteren wirklich nicht sehr hoch. Für das nördliche Fichtelgebirge insgesamt gilt die Umfrage jedoch als repräsentativ. Die Erfahrung aus acht Bürgerforen hat gezeigt, dass die Ergebnisse für die jeweilige Kommune die dringlichsten Themen herausarbeiten konnten. Darüber hinaus habe ich seit Mai 2008 viele Gespräche mit Politikern, Pfarrern und sozialen Dienstleistern geführt. Dabei wurde mir immer wieder ein hoher Handlungsbedarf bescheinigt. In den nächsten Monaten werden viele Projektideen umgesetzt. Dann wird sich zeigen, wie hoch die Nachfrage ist.    Das Gespräch führte Harald Werder


Generation 1-2-3

Die absehbaren demographischen Veränderungen bedeuten für kleine Kommunen eine Herausforderung, die von diesen nicht mehr ausreichend und sinnvoll in Form einzelner, isolierter Lösungsansätze bewältigt werden kann. Eine umfassende und nachhaltige Erarbeitung und Umsetzung von Lösungsansätzen ist nur noch im Rahmen interkommunaler regionaler Zusammenarbeit möglich, die sich weniger an territorialen Grenzen, sondern an dem gemeinsamen Interesse zur Lösung der Herausforderungen durch die demographischen Veränderungen orientiert. Diese Modellregion umfasst die folgenden Kommunen: Markt Oberkotzau, die Stadt Schwarzenbach/Saale, die Märkte Sparneck und Zell aus dem Landkreis Hof sowie die Städte Kirchenlamitz, Marktleuthen, Schönwald und Weißenstadt sowie die Gemeinde Röslau aus dem Landkreis Wunsiedel. In dieser Region leben insgesamt etwa 35000 Menschen. Nähere Infos dazu auf www.generation123.de


Quelle:
Frankenpost vom 23. Juli 2009________
Download: Ein Seniorenbeirat ist schnell gegründet