Erzieher kümmern sich um Jung und Alt
Projekt | Studenten der Fachakademie für Sozialpädagogik beackern ein neues Feld. Sie bringen sich bei „Generation 1-2-3“ ein und verschaffen sich wichtige Kontakte. - Von Gert Brendel
Schwarzenbach an der Saale – Seit Langem arbeiten die Fachakademie für Sozialpädagogik in Ahornberg und der Fachbereich für Jugend und Familie des Landkreises Hof zusammen, um für ordentliche Spielplätze zu sorgen. Seit knapp drei Jahren werden Senioren in die Konzepte einbezogen, bei gemeinsamen Aktivitäten sollen Alt und Jung zusammenkommen. Nun erweitern die Beteiligten das Feld und arbeiten mit dem Projekt „Generation1-2-3“ zusammen.
Ideen entwickeln
Die Studenten der letzten beiden Semester hatten bislang unter der Leitung von Sozialpädagogin Uta Schuster alljährlich Ideen eingebracht, sie dokumentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch Fachbehörden, Träger der Jugendhilfe wie Diakonie oder Caritas sowie die Bürgermeister der Gemeinden im Landkreis Hof gehörten zu den Adressaten. Daraus entwickelte sich die Zusammenarbeit mit dem Soziologen Michael Stein, der „Generation1-2-3“, ein Altenhilfe- und Mehrgenerationenkonzept für das nördliche Fichtelgebirge, leitet.
Nun saßen sie alle in Schwarzenbach an der Saale an einem Tisch: Die Studenten mit ihrer Dozentin Uta Schuster, Kreisjugendpfleger Franz Munzert und Michael Stein. Gastgeber Bürgermeister Alexander Eberl bedauerte, dass der Bevölkerungs-Wandel noch nicht so in den Köpfen der Bürger angekommen sei, wie es notwendig wäre. Aufhalten könne man ihn nicht, um so wichtiger sei es, die Generationen näher zueinander zu bringen. Schwerpunktmäßig müsse allerdings auf die „3“ Wert gelegt werden – die alten Menschen. Eberl erwähnte den Bürgerbus in seiner Stadt (wir berichteten). Für Anregungen aus dem Studentenkreis habe er jederzeit offene Ohren, die Umsetzung jedoch liege nicht an ihm, sondern beim Stadtrat. Damit wies Eberl auf mögliche auf die Stadt zukommende Kosten hin.
Unter der Leitung von Uta Schuster haben die Studenten der Abschlussklasse vor drei Jahren begonnen, sich in der Theorie mit dem Mehrgenerationen-Thema zu befassen. Im folgenden Jahr erarbeiteten sie einen Fragebogen, befragten Fachkräfte und soziale Träger. Die Umsetzung selbsterarbeiteter Projekte steht nun zum Abschluss ihres Studiums an. Laut Kreisjugendpfleger Franz Munzert ist es für die künftigen Erzieherinnen und Erzieher von großem Vorteil, im Vorfeld die Verhältnisse in den Kommunen und ihren künftigen Arbeitgeber kennen zu lernen und bei der Gelegenheit ihre Studienerfahrungen einzubringen. In diesem Zusammenhang wies Munzert darauf hin, dass in der Gemeinde Konradsreuth ein Mehrgenerationen-Projekt entstehen soll. Dazu sei bereits mit Bürgermeister Mathias Döhla Kontakt aufgenommen worden.
Anschließend erläuterte Stein sein Drei-Generationen-Konzept, das durch das Programm „Innovative Altenhilfe“ vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, bis Ende 2010 gefördert wird.
Erste Projekte laufen
Das Konzept umfasst neunKommunen in den LandkreisenHof und Wunsiedel mitüber hundert Ortsteilen und34000 Einwohnern. Davon istheute ein Viertel 65 Jahre undälter. Als sogenannte Maßnahmenkomplexenannte er kurzfristigdas Feststellen von Wünschenund Bedürfnissen in denKommunen, mittelfristig dieEntwicklung eines Plans samtUmsetzung mit einer koordinierendenStelle. Das Ziel seidie Erhöhung der Attraktivitätder Region für ältere und jungeFamilien.
Zum Thema Projektumsetzungin den Kommunen nannteStein Beispiele, die zum Teilrealisiert sind, etwa den monatlichenInfo-Sprechtag inSchwarzenbach, den Seniorenbeiratin Weißenstadt, eine geplanteBegegnungsstätte inSparneck oder etwa die Ehrenamtsbörse in Oberkotzau.
Quelle: FRANKENPOST vom 22. Februar 2010________
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