Generationen-Projekt kommt in Schwung
Bürgerforum | Drei Arbeitsgruppen stellen Ideen vor, wie sich in Zell etwas bewegen lässt. Die Fragebogen-Aktion hat ergeben: Das Interesse an Ärzten und mehr Einkaufsmöglichkeiten ist hier noch bedeutend höher als in anderen Gemeinden.
Zell – „Das Projekt ,Generation123’ soll in Zell etwas bewegen. Nicht nur für die Jungen, auch für die Senioren muss etwas getan werden!“ Dieses Motto gab Bürgermeister Horst Penzel beim Bürgerforum in Zell aus. Das Treffen befasste sich mit dem „Interkommunalen Altenhilfe- und Mehrgenerationenkonzept“ und mit der Auswertung der dazugehörigen Fragebogen-Aktion.
Projektleiter ist Michael Stein, Werner Kreil von der Gemeinde ist für die Umsetzung vor Ort zuständig. Das Treffen fand im Seniorenhaus statt. Die Moderation übernahm Pfarrer Lehmann.
Michael Stein berichtete, dass in Zell nur 45 Fragebögen zurückgeschickt worden seien. Das Ergebnis sei damit zwar nicht repräsentativ, die Tendenzen seien aber durchaus vergleichbar mit denen in anderen Kommunen. Drei Hauptthemen hätten sich herauskristallisiert. Handlungsbedarf bestehe vor allem in den Bereichen Mobilität, Versorgung, Ehrenamt und Qualifikation. Das Interesse an Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten sei in Zell bedeutend höher als in den sieben anderen beteiligten Gemeinden und Städten.
Drei Arbeitsgruppen erarbeiteten Ideen zu den jeweiligen Themen. Jeweils ein Mitglied der Gruppe erläuterte dann die Ergebnisse.
Siegfried Liebs kommentierte das Thema Mobilität. Für das Sammeltaxi soll mehr Werbung gemacht werden, außerdem wird es eine Anfrage im Gemeinderat über die Möglichkeiten eines Bürgerbusses geben. Die Finanzierung sollte über Spenden erfolgen. Bürgermeister Horst Penzel wird sich als Mitglied dieser Arbeitsgruppe bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung darum kümmern.
Weitere Mitarbeit
Alle Gruppenmitglieder erklärten ihre Bereitschaft zu weiterer Mitarbeit und zu konkreter Mithilfe. Das nächste Mal treffen sie sich bereits am 22. Mai um 14 Uhr im Rathaus, um die Ergebnisse der Sitzung zu sichten.
Gabi Ruckdeschel machte darauf aufmerksam, dass ein neuer Flyer für das Anruf-Sammeltaxi im Rathaus ausliege, aber leider sei dieser wieder sehr schwierig zu lesen, vor allem für ältere Menschen.
Gemeinderat Matthias Fuchs war Sprecher der Arbeitsgruppe „Versorgung“. Diese Gruppe legte folgende Hauptpunkte fest: die ärztliche und zahnärztliche Versorgung, Erhalt und Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten sowie den Punkt „Bewusstsein für Nahversorgung stärken“. Die Umsetzung soll durch die Kommune erfolgen, die Zeller Bürger sowie die „Generation 123“, vertreten durch Michael Stein, der die Erfahrung anderer Kommunen einbringen kann.
Der nächste Schritt soll die Bildung eines Arbeitskreises sein, der sich mit der Zukunftsplanung von Einkaufsmöglichkeiten befasst. Bürger werden informiert, Fachleute werden einbezogen, was bedeutet, das hiesige Geschäfte, die Kirche und Institutionen befragt werden. In den nächsten Monaten folgt die Planung, wobei nach Meinung der Arbeitsgruppe eine Umsetzung in fünf bis zehn Jahren realistisch ist.
Sprecher der Gruppe „Qualifikation und Ehrenamt“ war Dr. Dieter Hahn, Leiter des Seniorenhauses. Er wünscht sich, dass das Seniorenhaus besser ins Gemeindeleben integriert werde. Das Café als Begegnungsstätte, so wie an diesem Nachmittag, wäre wünschenswert. Das Thema der Arbeitsgruppe sei ihm ein persönliches Anliegen, sagte Hahn.
Bald sollen Taten folgen
Ein Ziel sei eine zusätzliche Betreuung über den Rahmen der Pflegekasse hinaus, und zwar auch mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter; so wie der VdK diese Dienste im Haus bereits drei bis vier Stunden monatlichübernehme. So schnell wie möglich sollen Taten folgen und Vereine darauf angesprochen werden.
Die Verschönerung des Ortsbildes auf ehrenamtlicher Basis wurde ebenfalls als Anregung aufgenommen.
Moderator Pfarrer Lehmann dankte zum Schluss allen Teilnehmern des Forums für ihre Mitarbeit und wünschte, „dass sie an der Sache bleiben mögen, um möglich viele Ideen umzusetzen“. Michael Stein ergänzte, dass man sich mit Ideen oder Fragen jederzeit an ihn wenden könne.
Beate Günther
Die Wünsche
Die Teilnehmer der Fragebogen-Aktion nannten unter anderem folgende Bedürfnisse und Wünsche:
Schaffung von Einkaufsmöglichkeiten 70,3 Prozent, hausärztliche Versorgung 67,6 Prozent, fachärztliche Versorgung 64,9 Prozent, Ruhebänke 59,5 Prozent, Verbesserung von Bus-/Bahnverbindungen 55,6 Prozent, Ausbau von Radweg und Spazierweg-Anbindungen 54,1 Prozent, Schaffung von kurzfristigen Betreuungsmöglichkeiten 43,2 Prozent, zusätzlichen Fahrdienste 32,4 Prozent, Schaffung von Bildungsangeboten 30,6 Prozent
Quelle: Frankenpost vom 21. April 2009_______
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