Im Herbst soll der Bürgerbus fahren
Arbeitskreis | Michael Stumpf stellt Konzept und Fahrplan vor. Neben mehreren festen Umläufen in der Kernstadt sind bei Bedarf die Ortsteile dabei. Der Bus soll an zwei Tagen in der Woche rollen. Von Ronald Dietel
Schwarzenbach an der Saale – Die Idee eines Bürgerbusses in Schwarzenbach an der Saale nimmt im Arbeitskreis „Mobilität“ Gestalt an. Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus haben Michael Stumpf, ÖPNV-Beauftragter des Landkreis Hof und engagierte Schwarzenbacher Bürger gemeinsam mit Michael Stein, Projektleiter von „Generation1-2-3“, Konzept und Fahrplanentwurf vorgestellt.
Dieser von ehrenamtlichen Fahrern geführte achtsitzige Kleinbus soll dienstags und donnerstags am Vormittag und Nachmittag in der Kernstadt von Schwarzenbach in einem Liniennetz unterwegs sein. In den dazwischen liegenden Pufferzeiten ist es möglich, bedarfsorientiert Fahrgäste aus den Ortsteilen nach telefonischer Anmeldung abzuholen oder zurückzufahren.
Stumpf sieht in dem Plan zwei feste Linien von jeweils 35 bis 40 Minuten am Vormittag und erneut am Nachmittag vor. Die Strecke pro Umlauf beträgt 10,5 Kilometer. Angefahren werden sollen bis zu 28 Haltestellen in der Kernstadt einschließlich Schützenhaus und Hainberg. „Die Haltepunkte sind bequem zu Fuß zu erreichen“, betonte Stumpf.
Anforderung für die ehrenamtlichen Fahrer, die unter dem Stichwort „Bürger für Bürger“ tätig sind, ist aus versicherungstechnischen Gründen ein Personenbeförderungsschein.
Zu dessen Voraussetzungen zählen ein Sehtest, ein ärztliches Attest sowie ein arbeitsund betriebsmedizinisches Gutachten.
Finanziert werden müsse der Bürgerbus von der Stadt. Der Landkreis gewähre bis zu 50 Prozent Zuschuss auf die entstandenen Kosten.
Projektmanager Michael Stein schlug vor, einen Pool aus ehrenamtlichen Fahrern zu bilden. Eine weitere gute Möglichkeit sei es, den Verein „50 plus“ mit einzubeziehen. Unter diesem Dach sind 450 ehrenamtliche Fahrer vereint, darunter viele Arbeitslose mit Fahrgasterlaubnis, die auch Schwarzenbach mit versorgen könnten. Diese werden zum Teil von den Argen und dem Verein finanziell getragen. „Es ist eine Chance für Langzeitarbeitslose, wieder soziale Kontakte zu knüpfen“, sagte Stein.
Bürgermeister Alexander Eberl sah in Konzept und Fahrplan eine gesunde Basis für den Start des Bürgerbusses, der nach den Sommerferien erfolgen soll. Telefondienst und Vermittlung für die bedarfsorientierten Fahrten würden im Rathaus installiert. „Es ist nicht geplant, 40000 Euro für ein Fahrzeug und weitere 30000 Euro für Fahrer auszugeben.“
Eberl fasste die Nutzung von Kleinbussen der Sportclubs und Kirchen ins Auge, ebenso eine Finanzierung über Sponsoring. „Ob der Bürgerbus genutzt wird, kann erst gesagt werden, wenn er fährt.“ Er hält deshalb eine halbjährige Testphase für unbedingt notwendig.
Quelle: Frankenpost vom 13. Juni 2009 ________
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