Mobilität als großes Thema
Vortragsabend | Michael Stein stellt in Rehau sein interkommunales Netzwerk vor.
Rehau - Angesichts zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen sind überraschend viele Gäste zum Vortragsabend der Senioren-Union Rehau gekommen - allerdings kein Mandatsträger einer Partei aus Stadtrat und Kreistag und niemand von der Verwaltung der Stadt Rehau, heißt es in einer Mitteilung. Gerade aus diesen Kreisen hatte man sich zum Thema "Generation 1-2-3 - ein überörtliches Altenhilfe- und Mehrgenerationen-Konzept" mehr Interesse erhofft.
Vorgestellt wurde das gemeinsame Projekt der Städte und Märkte Oberkotzau, Schwarzenbach, Sparneck, Zell Kirchenlamitz, Marktleuthen, Röslau, Schönwald und Weißenstadt. Der Teilnehmerkreis ist nicht begrenzt, es können jederzeit noch weitere Städte und Gemeinden aus der Region dazu stoßen. Getragen wird das Projekt von den beteiligten Gemeinden und dem Sozialministerium, Projektleiter ist der Diplom-Soziologe Michael Stein, der sein Büro im Rathaus in Schwarzenbach hat und der zunächst einen Überblick über das Programm gab (wir berichteten mehrfach).
Engagement fördern
Ein derzeit diskutiertes Thema sei die Bestellung eines Seniorenbeauftragten aus den Gemeinderäten oder eines Seniorenbeirates. Wie sich im Verlaufe des Abends zeigte, hat die Stadt Rehau eine diesbezügliche Anfrage der Senioren-Union bereits vor einigen Monaten negativ beschieden. Obwohl in der Region schon ungewöhnlich viele Ehrenamtliche aktiv seien, hält es Michael Stein für sinnvoll, mit einer Ehrenamtsbörse auch überörtlich noch weitere freiwillige Mitarbeiter zu forcieren.
Ein weiteres Thema war die Mobilität: Gerade im fortschreitenden Alter werde diese immer wichtiger. Deshalb müssten Ideen wie die Einrichtung eines Bürgerbusses ständig weiterverfolgt werden. In Schwarzenbach nutze man jetzt das Angebot über den Landkreis, der die Hälfte der Kosten übernimmt. Auch in Rehau steht ein Bus zur Verfügung, der weitgehend über die Werbung finanziert wird. Hier kann eine interkommunale Zusammenarbeit nur von Nutzen sein.
Bürgerbus nutzen
Michael Stein verwies auf die optimalen Voraussetzungen, die in Rehau über die Diakonie mit dem Rummelsberger Alten- und Pflegeheim und mit dem Martin-Luther-Haus gegeben seien. Über die Pflege ergeben sich immer weitere Möglichkeiten, die in die ambulante Pflege und die Tagespflege münden. Auch die Möglichkeiten der Verpflegung sind noch längst nicht ausgeschöpft. In diesem Zusammenhang wurde auf das Mehrgenerationenhaus (MGH) verwiesen, das nicht auf die Alten- und Behindertenfürsorge begrenzt sein werde, sondern zu einem Begegnungsplatz für alle Generationen werden soll.
Von Edgar Pöpel, dem Vorsitzenden der Senioren-Union, wurde ins Feld geführt, dass die Medizinischen Versorgungszentren (MZV) wie in der Bahnhofsstraße mit dem Geburtshaus über Fachärzte bis hin zur Apotheke anfangs keine Zustimmung fanden. Heute möchte diese Einrichtung niemand mehr missen.
Pflegestützpunkt holen
In der Diskussion wurde zum Schluss noch der geplante Pflegestützpunkt für unsere Region in Hof angesprochen. Es blieb noch die Frage, ob Rehau nicht versuchen sollte, diesen Pflegestützpunkt nach Rehau zu holen und ins Mehrgenerationenhaus zu integrieren.
Quelle: Frankenpost vom 19. Juni 2009__________
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