* Neues zu Generation 1-2-3 *

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Präsentation Generation 1-2-3

Hier finden Sie zum Modellprojekt Generation 1-2-3 eine Ende 2010 erstellte
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Region umwirbt Generation 60plus

Bevölkerungswandel | Neun Gemeinden wollen miteinander die Region für alte Menschen attraktiv machen.
Das Konzept arbeitet mit niederschwelligen Angeboten und will auch Vereine und Handel mit ins Boot nehmen.


Schwarzenbach an der Saale – Die Werbung hat diese Zielgruppe längst entdeckt, nun machen sich neun Kommunen gemeinsam auf, auch um sie zu werben und ihr das Leben inder Region möglichst angenehm zu machen: Es geht um Senioren. Auf einer weitgehend niederschwelligen Ebene wollen die Städte und Gemeinden (siehe Infokasten) sich und damit die Region für alte Menschen attraktiv machen. Was steckt dahinter? In erster Linie die Bevölkerungsentwicklung, an die es sich anzupassen gilt.

Alexander Eberl, der Bürgermeister von Schwarzenbach an der Saale, hat die Zahlen auf den Tisch gelegt. Demnach wird die Gesamtbevölkerung in der Modellregion bis 2020 um acht Prozent abnehmen; gleichzeitig nimmt die Gruppe der über 80-Jährigen um 30 Prozent zu, die Altersgruppe zwischen 65 bis 80 Jahre wird um 25 Prozent abnehmen. Dies hat zur Folge, dass in zwölf Jahren ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird. Zum Vergleich: Aktuell sind es 22 Prozent, 1987 waren es 18 und 1970 16 Prozent.

Beirat der Senioren

Vor diesem Hintergrund haben die neun Partnergemeinden das „Interkommunale Altenhilfe- und Mehrgenerationenkonzept“ entwickelt. Zunächst auf drei Jahre angelegt, will man damit dieser Entwicklung gerecht werden und im Idealfall sogar Menschen in die Region ziehen. Zunächst soll in einer der Gemeindeverwaltungen ein Projektbüro eingerichtet werden, in dem eine Vollzeitkraft die Koordination übernimmt, nachdem im Jahr eins Wünsche und Anregungen detailliert aufgenommen wurden.

In der konkreten Phase ist laut Eberl vieles vorstellbar. Mit einem Bürgerbus, gesteuert von Ehrenamtlichen, würden Senioren – aber auch Mütter mit Kindern – etwa zu Computerkursen oder zu einem Ärztehaus in eine der Gemeinden gefahren werden. In dem zentralen Büro könnte man auch Sprechtage anbieten, bei denen es um Themen wie altengerechter Umbau von Häusern oder Wohnungen geht. Auch das Pendant zu allerorts angeregten Jugendparlamenten, ein interkommunaler Seniorenbeirat, ist in das Konzept eingebunden. Der könnte die Stimme der Rentner gegenüber Stadt- und Gemeinderäten sein, wenn etwa Bordsteine ein unüberwindbares Hindernis für Rollstühle sind – was aber auch für Eltern mit Kinderwagen ein Thema ist. Angesprochen werden auch die Vereine, die, auch untereinander vernetzt, mit Angeboten wie Turnen im Alter auf die Rentner zugehen könnten.

Mit ins Boot soll auch der Handel genommen werden, bei dem die Einkaufsbedingungen verbessert werden können. Häufig seien Artikel zu klein ausgepreist oder die Einkaufswagen seien für gebrechliche Menschen nicht ausgelegt. Vorstellbar sei auch ein Lieferservice, wobei aber vermieden werden müsse, dass alte Menschen ihr Haus nicht mehr verlassen.

Zu schultern sei das Konzept aber keineswegs von der Vollzeitkraft allein. Ehrenamtliche müssen laut Eberl tragende Säulen werden. In diesem Zusammenhang habe man auch an eine Art Ehrenamtsbörse gedacht, bei der alle Fäden im Projektbüro zusammenlaufen. Dort könnte man sich freiwillig für Arbeiten wie Rasen mähen oder Einkaufen zur Verfügung stellen; die Senioren haben dann die Möglichkeit, die Dienste über das Büro in Anspruch zu nehmen. All das soll später überregional präsentiert werden, um beispielsweise älteren Menschen aus Ballungsräumen das Leben in der Region schmackhaft zu machen.

Staatliche Förderung

Die neun Kommunen hoffen darauf, dass ältere Menschen dieses Konzept begrüßen. Beim Zentrum Bayern Familie und Soziales, eine dem Sozialministerium nachgeordnete Behörde, hat es bereits Anklang gefunden. Laut Alexander Eberl hat man dort den neun Gemeinden eine 50-prozentige Förderung der Vollzeitstelle und der Sachkosten in Aussicht gestellt. Den Rest teilen sich die Gemeinden untereinander auf. Im Falle von Schwarzenbach seien das Kosten von maximal 5000 Euro jährlich. Der Stadtrat hat auch schon zugestimmt, dass Schwarzenbach offiziell als Dienstherr des Projekt-Mitarbeiters auftreten wird.  hawe

 

Modellregion

Die geplante Modellregion „Nördliches Fichtelgebirge“ setzt sich aus neun Städten und Gemeinden zusammen. Aus dem Landkreis Hof sind dies Oberkotzau, Schwarzenbach an der Saale, Sparneck und Zell; aus dem Landkreis Wunsiedel gehören dazu Kirchenlamitz, Marktleuthen, Röslau, Schönwald und Weißenstadt. In der Region leben rund 35000 Menschen.



Quelle: FRANKENPOST vom 29. Februar 2008___________ Region umwirbt Generation 60plus