* Neues zu Generation 1-2-3 *

Modellprojektphase
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Präsentation Generation 1-2-3

Hier finden Sie zum Modellprojekt Generation 1-2-3 eine Ende 2010 erstellte
 PowerPoint-Präsentation als Download hinterlegt.Präsentation Generation 1-2-3

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Seniorenfreundlichkeit - Wie Kommunen auf die älter werdende Gesellschaft reagieren

"Ein riesiges Potenzial"

Seit drei Jahren koordiniert Michael Stein die Seniorenarbeit im nördlichen Fichtelgebirge. Der Experte sieht in vielen Gemeinden im Landkreis Wunsiedel noch einen Nachholbedarf an altersgerechten Wohnungen. Dennoch lobt er die vielen kreativen Projekte in vielen Orten.

Die Bevölkerung im Landkreis Wunsiedel ist im Durchschnitt 46,2 Jahre alt, also älter als alle anderen Kreise in Bayern. Wird die Region zu einem Altenheim ?

Es stimmt, dass der Altersdurchschnitt im Kreis Wunsiedel ziemlich hoch ist. Aber andere Gegenden sind im Grunde genauso von einer immer älter werdenden Bevölkerung betroffen.

In Hochfranken gibt es Seniorenwegweiser, das Projekt Generation 1-2-3, dessen Leiter Sie sind, und noch viele weitere Initiativen für ältere Menschen. Ist Nordostbayern ein Vorreiter im Engagement für ältere Bürger ?

Es gibt Gemeinden, die eine ganze Menge auf die Beine stellen und andere die eher wenig machen. Ich kenne allerdings auch Kommunen in Südbayern, die viel weiter sind als wir im Norden. Dort gibt es gemeinnützige GmbHs und viele tolle Projekte. Das liegt aber nicht daran, dass die Kommunen im Süden innovativer sind, die haben einfach mehr Geld.

Wie sehen Sie den Stellenwert der Versorgung älterer Menschen in der Gesellschaft ?

Das Thema Alter ist eine der großen Herausforderungen. Derzeit ist es noch eine freiwillige Leistung der Kommunen, für ein seniorengerechtes Umfeld zu sorgen. Aber im Grunde ist die Aufgabe ebenso wichtig wie das Schaffen von Kindergartenplätzen oder Schulen.

Welche Städte und Gemeinden sind in ihrem Engagement für Senioren besonders weit ?

Zum Beispiel Wunsiedel mit dem Mehrgenerationenhaus. Sehr viel tut sich auch in Kirchenlamitz und Weißenstadt. Eine beinahe vorbildliche Stadt in Sachen seniorengerechtes Wohnen ist Schönwald.

Apropos wohnen. Es gibt zwar im Landkreis Wunsiedel viele Plätze in Seniorenheimen, doch ein großer Teil der älteren Menschen will lieber in seinem gewohnten Umfeld bleiben.

Da ist doch nichts dagegen zu sagen. Es gibt viele Beispiele dafür, wie Mehrfamilienhäuser seniorengerecht umgebaut werden können. Die Stadt Selb engagiert sich auf diesem Feld besonders stark.

Meinen Sie mit seniorengerechten Häusern barrierefreie Zugänge, breite Gänge und Aufzüge ?

Genau das. Allerdings habe ich schon häufig gehört, dass Wohnungsbaugesellschaften ihren älteren Mietern zwar anbieten, ins Parterre zu ziehen. Aber viele Senioren bleiben lieber in ihren Wohnungen, in denen sie schon Jahrzehnte gelebt haben.

Unabhängig davon: Müsste angesichts der demographischen Entwicklung nicht bereits jetzt begonnen werden, Mehrfamilienhäuser seniorengerecht umzubauen oder neue Wohnprojekte zu initiieren ?

Das wäre das Gebot der Stunde. Studien haben gezeigt, dass es im Durchschnitt acht Jahre lang dauert, bis eine Idee für ein Wohnprojekt tatsächlich verwirklicht wird.

Zurück zum Begriff vom "Altenheim Bayerns". Ist die demographische Entwicklung nur problematisch oder bietet sie auch Chancen ?

Sehr viele Chancen sogar. Die Senioren werden zwar heute immer älter, bleiben aber auch immer länger fit. Die ältere Bevölkerungsgruppe birgt ein riesiges kreatives Potenzial. Ein Beispiel dafür, was Senioren leisten können, ist der Weißenstädter Dr. Bert Wagner. Er ist Sprecher des Seniorenrates in seiner Stadt. Der Mann setzt sich für seine Mitbürger ein, wo immer er kann.

Das Projekt Generation 1,2,3 läuft in einigen Monaten aus.

Das ist richtig, die Generation 1,2,3 ist bis Ende Januar 2011 befristet. Wir haben in den vergangenen drei Jahren eine Menge erreicht. In allen unseren Mitgliedsgemeinden gab es etwa eine Analyse des Wohnbedarfs für Senioren. Wir haben etliche Projekte und Initiativen angestoßen und begleitet. Ich hätte das Projekt gerne weitergeführt und auf eine breitere Basis gestellt. Es wären auch einige Kommunen bereit gewesen beizutreten. Aber das Projekt ist eben mal befristet. Dennoch, für den Landkreis Wunsiedel wird sich weiterhin eine am Landratsamt angesiedelte Kraft explizit um die Belange der Senioren kümmern.

Das Gespräch führte Matthias Bäumler


Quelle:  FRANKENPOST vom 13. Oktober 2010 Download: Seniorenfreundlichkeit - Wie Kommunen auf die älter werdende Gesellschaft reagieren