Von Amerika in den Frankenwald
Beim hochfränkischen Willkommensfest informieren sich Neubürger über die Vorzüge der Region. Rund 100 Interessierte nutzen das Angebot. Auch ein Rückkehrer aus den USA ist dabei.
Von Andrea Herdegen
Marktredwitz - "Wir sind nach Marktredwitz gezogen, weil es uns hier sehr gut gefällt." Diese einfache Erklärung haben Marliese und Peter Adam parat, wenn man sie nach dem Grund für ihren Ortswechsel befragt. Das Ehepaar stammt aus Aschaffenburg und hat in der Vergangenheit mehrmals in der Großen Kreisstadt Urlaub gemacht. "Irgendwann stand für uns fest, dass wir in diesem schönen Städtchen unseren Ruhestand verbringen", sagt Peter Adam. Und seine Frau ergänzt: "Wir haben bisher nur positive Erfahrungen in unserer neuen Heimat gemacht."
Die Adams waren zusammen mit rund 100 Neubürgern und zahlreichen einheimischen Besuchern zu Gast beim hochfränkischen Willkommensfest, das das Kuratorium Hochfranken und die Stadt Marktredwitz, unterstützt von der Unternehmerinitiative Hochfranken, am Sonntag in der kleinen Shedhalle im Auenpark veranstalteten. Ein reichhaltiges Informations- und Unterhaltungsprogramm zeigte die große Vielfalt auf, die diese Region zu bieten hat.
Zurück in der Heimat ist Danny Steiner. Zusammen mit seinem Sohn Joshua informiert er sich an den verschiedenen Ständen. Steiner stammt aus dem Frankenwald und hat nach einem mehrjährigen beruflichen USA-Aufenthalt jetzt eine neue Arbeitsstelle bei der Weberei Fritsche in Helmbrechts gefunden. "Ich bin da-rüber sehr glücklich", sagt er und darf auf der Herkunftskarte der Neuankömmlinge seinen Punkt ganz weit in den Westen kleben.
Rau, aber herzlich
"Fühlen Sie sich wohl bei uns, genießen Sie die Vorzüge dieser Region. Sie bietet alles, was hohe Lebensqualität ausmacht", begrüßt die frischgekürte Hochfrankenkönigin Bianca Bauernfeind die Neubürger. An mehr als 20 Ständen könnten sich die "Neuen" mit hochfränkischen Kultur- und Freizeitmöglichkeiten genauso wie mit Spitzenunternehmen und kulinarischen Spezialitäten vertraut machen. Kleine Begrüßungsgeschenke sollten das Einleben versüßen. Bianca II. dankt im Namen des Kuratoriums allen Ausstellern, Organisatoren und Helfern für ihr Engagement zum Gelingen der Feier.
"Dieses Fest macht Sinn, man muss es machen, weil viele, die hierher kommen, nicht sofort Anschluss finden", stellt die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder fest. In ihrer Stadt werde für die neuen Lehrkräfte jedes Jahr eine Willkommensfeier veranstaltet - immer mit großer Resonanz. Der Wunsiedler Landrat Dr. Karl Döhler berichtet, dass er bereits häufig seinen Wohnort gewechselt hat. "Ich habe gemerkt, dass es nicht ganz einfach ist, in die bestehende Gesellschaft hineinzukommen." Die Hochfranken seien ganz besondere Menschen. "Wir sind geographisch die Mitte Europas und daher geschichtlich schon immer ein Brennpunkt gewesen." Dies präge die Bevölkerung. "Unsere Leute sind rau, aber herzlich. Wenn man auf sie zugeht, wird man aufrichtig aufgenommen." Um das Warmwerden, das Vertrautwerden mit dieser Region ein wenig abzukürzen, sei das Willkommensfest gedacht, unterstreicht der Kuratoriums-Vorsitzende Malte Buschbeck. Er stellt seine Organisation vor, die die Region voranbringen möchte. "Von uns stammt auch der Name Hochfranken, der sich erstaunlich durchgesetzt hat."
Vier positive Beispiele
Die Region befindet sich laut Buschbeck in einer spannenden Phase. Sie habe sich nach der Strukturkrise wirtschaftlich völlig neu aufgestellt und sehr positiv entwickelt. Der Kuratoriums-Chef bietet den Neubürgern an, Kontakte zu vermitteln und für Fragen zur Verfügung zu stehen. "Fühlen Sie sich hier möglichst bald zu Hause."
Vier Persönlichkeiten, die hierher zugezogen sind, berichten dann Moderator Peter Kampschulte, wie sie sich hier fühlen. Die Kulturpädagogin am Theater Hof, Claudia Wagner, stammt aus Koblenz. "Hof war eigentlich nicht der Ort, wo ich hin wollte. Nun bin ich schon 25 Jahre hier und habe die Region sehr schätzen gelernt." Sie lobt die große Vielfalt der Kultur und die guten Freizeitmöglichkeiten, gerade für Familien mit Kindern. Vor drei Jahren ist die Pressesprecherin des Porzellanikons Selb und Hohenberg, Gabi Dewald, in die Region gekommen: "Ich fand hier eine wunderbare Arbeit im größten Porzellanmuseum Deutschlands." Ihr Chef, Museumsdirektor Wilhelm Siemen, hat vor 27 Jahren aus kleinen Anfängen das Museum aufgebaut. Er sagt: "Ich dachte, das ist eine interessante Arbeit für drei Jahre. Jetzt bin ich immer noch hier." Siemen lobt die vielen spannenden Begegnungen, die er mit den Menschen hier gemacht hat. Der Chefdramaturg vom Theater Hof, Thomas Schindler, ist vor 15 Jahren nach Hochfranken gezogen. "Ich wollte zeigen, dass man in einem kleinen Theater gutes Theater machen kann."
Aussteller & Gewinner
Die vielfältigsten Informationen gab es für die Neubürger beim Willkommensfest. Als Aussteller waren vertreten: Generation 123, Hochschule Hof, Agentur für Arbeit, Evangelisches Bildungs- und Tagungszentrum mit Projektstelle gegen Rechtsextremismus Bad Alexandersbad, Akademie Steinwald-Fichtelgebirge, Stadt Hof, Landkreis Hof, Landkreis Wunsiedel, Touristinformation Fichtelgebirge, Wirtschaftsjunioren Hof und Fichtelgebirge, Luftsportvereinigung Schönbrunn-Wunsiedel, Segelclub Weißenstadt, Noba TV, Egerlandmuseum, Fichtelgebirgsmuseum, Frankenpost, Fotostudio FlowMotion sowie die Volkshochschulen Selb, Marktredwitz und Landkreis Wunsiedel.
Eine große Tombola mit besonderen Preisen war eine der Attraktionen des Willkommensfestes. Die Hochfrankenkönigin Bianca Bauernfeind zog die Gewinner. Für die Hauptgewinner geht es in die Lüfte: Jeweils einen Rundflug gewannen Dr. Andreas Grobe, Kai Mitschke, Eva Wurzel, Silvia Stadler, Jessica Tschäpe. H. Heinz und H. Schibilsky. Walter Mohnhaupt darf an einem spannenden und genussvollen Krimi-Dinner teilnehmen. ah
Quelle: FRANKENPOST vom 28. September 2010_____
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