* Neues zu Generation 1-2-3 *

Modellprojektphase
von "Generation 1-2-3"
ist zu Ende

Bilder der Abschluss-
diskussionsrunde
finden Sie hier >>>

Die offizielle
Projektauswertung
als PowerPoint
können Sie sich hier
herunterladen:
Download Evaluation

Einkaufsführer und -verführer

Der ersteEinkaufsverführer
für das Nördliche Fichtelgebirge mit 24 sehr interessanten Anbietern ist erschienen und hier abrufbar >>>

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Zeit bedeutet Hirn

Zum Fachtag "Demenz" hatte das Haus Selb des Klinikums Fichtelgebirge eingeladen. Professor Dr. Johannes Kraft erläutert Diagnose und mögliche Behandlungsformen.


Selb - Großen Zuspruchs erfreute sich am Samstag der Fachtag "Demenz", zu dem das Haus Selb des Klinikums Fichtelgebirge zusammen mit der Diakonie Wunsiedel-Selb, der Alzheimergesellschaft Hof/Wunsiedel und der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Wunsiedel eingeladen hatte. Mehrere Hundert Besucher nutzten den Tag, sich umfassend zu informieren.

Das Klinikum hatte unter der Projektleitung des stellvertretenden Pflegedienstleiters Karlheinz Dachs für ein umfassendes Angebot gesorgt: Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Wolfgang Kreil hatte das Erdgeschoss für Fachvorträge, Musik und Theater reserviert, während darüber die verschiedensten Informationsstände zu finden waren. In den Pausen sorgte der Chor "Herbst-zeitlos" aus Hof für schwungvolle musikalische Umrahmung.

Viel Aufmerksamkeit erregten die Fachvorträge. Zum Thema "Demenz - ist das Schicksal?" sprach Prof. Dr. Johannes Kraft, Chefarzt und Leiter der Klinik für Geriatrie und Rehabilitation am Klinikum Coburg.

"Demenz", auch "demenzielles Syndrom", so Kraft, sei ein Überbegriff, hinter dem sich verschiedene Erkrankungsformen verbergen. Den größten Anteil hätte die Alzheimerdemenz mit 57 Prozent. Angesichts der demographischen Entwicklung sei die Prognose in unserer Gesellschaft erschreckend: "Bis 2050 wird sich die Zahl der an Demenz Erkrankten verdoppelt haben."

Die meisten Demenzen könne man heute zwar noch nicht heilen. Sehr wohl könne man sie aber behandeln und den Betroffenen wirklich helfen. Das Problem sei in Deutschland eher, dass nur jeder fünfte Demenzpatient die richtige Diagnose und Therapie erhalte. Eine Geldfrage? Es gebe schon zu denken, dass Privatpatienten fünfmal häufiger behandelt werden. Dabei sei nichts so wichtig wie möglichst rasches Therapieren, wenn die Krankheit erkannt worden ist: "Zeit ist Hirn!" Dann seien die Chancen noch groß, das Fortschreiten der Demenz effektiv zu verzögern und rechtzeitig Zugang zu den Hilfsangeboten und Fachstellen zu bekommen.

Nicht unterschätzt werden dürfe auch, dass durch eine klare Diagnose "aus Defiziten Symptome" würden und die Betroffenen keinen Grund mehr hätten, sich für ihre Ausfälle zu schämen und zurückzuziehen.

Eine Demenz verlaufe in der Regel folgendermaßen, erläuterte Prof. Dr. Kraft: Man werde auffallend vergesslich, seelisch labiler, sei weniger aufmerksam, dann könne man sich immer häufiger nicht mehr orientieren und erkenne Menschen nicht mehr.

Die Angehörigen würden durch Verhaltensstörungen irritiert; am Ende verliere der Betroffene jede Selbstständigkeit und verlerne zu sprechen und zu laufen. Risikofaktoren seien Bluthochdruck, Diabetes, Stoffwechselstörungen, Herzrhythmusstörungen, Rauchen, mangelnde Aktivität. Als Schutzfaktoren könnten eine an Vitalstoffen reiche Ernährung, geistige Aktivität, soziale Kontakte und Bewegung genannt werden.

Den zweiten Fachvortrag "Der Umgang mit Demenz" hielt Martha Link, die Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Hof/Wunsiedel (siehe Bericht unten).

Für weitere ehrenamtliche Helfer warben die beiden Projekte "EDE" ("Entlastung durch Engagierte") der Diakonie und das Projekt "Zusätzliches Betreuungsangebot für demenzkranke Patienten im Klinikum Fichtelgebirge", bevor der Fachtag mit dem Theaterstück "Du bist meine Mutter" mit Achim Conrad vom freien Ensemble "moving theatre" schloss. Hier wurde alles hautnah erlebbar, was vorher theoretisch Thema der Veranstaltung war: Der Schauspieler, der sowohl den Sohn als auch die alzheimerkranke Mutter verkörperte, nahm das sichtlich betroffene Publikum mit auf eine Gratwanderung zwischen Melancholie und Komik, zwischen Mitleid und auswegloser Bitterkeit.

 

Weitere Informationen

Wer sich für die Ehrenamtlichenprojekte interessiert, kann mit folgenden Stellen Kontakt aufnehmen:

Projekt "EDE" / Diakonie: Jutta Heinlein, Telefon 09287/994040

Projekt Zusätzliches Betreuungsangebot für demenzkranke Patienten im Klinikum Fichtelgebirge:
Karlheinz Dachs, Telefon 09287/971-7200 oder Christa Schieder, Telefon 09231/809-32525.

Die Vorträge von Professor Dr. Johannes Kraft und Martha Link sind in ausführlicher Form als Download auf der Homepage des Klinikums Fichtelgebirge www.klinikum-fichtelgebirge.de unter dem Kapitel "Aktuelles - News und Presseberichte" zu finden.


Quelle:  FRANKENPOST vom 28. September 2010_____ Download: Zeit bedeutet Hirn