* Neues zu Generation 1-2-3 *

Modellprojektphase
von "Generation 1-2-3"
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Das Bürgerforum "Aktiv im Alter" in der Stadthalle Marktleuthen

Das fünfte Bürgerforum im Rahmen des Bundesprogramms "Aktiv im Alter" fand am Mittwoch Abend, 13. Mai 2009, erstmals mit einem veränderten Ablauf statt. Neben der Vorstellung der Ergebnisse der Umfrage zu "Generation 1-2-3" stand die Vorstellung und Diskussion eines bereits in der Planung und Umsetzung befindlichen Projekts der Arbeiterwohlfahrt Hof im Mittelpunkt.

Buergerforum_Aktiv_im_Alter_Generation_1-2-3_Stadt_Marktleuthen_Mai_2009_1.jpgÜber 30 Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen zwischen 20 und 75 Jahren sind der Einladung von Bürgermeister Helmut Ritter gefolgt. Moderiert wurde das zweistündige Forum erneut durch Pfarrer Wolfram Lehmann vom Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad, Geschäftsführer des kirchlichen Netzwerkes „Gemeinsam für die Region". Lehmann erläuterte den Ablauf des Abends und bat die Besucher um rege Teilnahme und Rückmeldung zu dem Projekt der AWO zu deren Ausbauplänen der örtlichen Sozialstation.

Zunächst aber erläuterte "Generation 1-2-3"-Projektleiter Michael Stein den Teilnehmern des Forums die Ergebnisse der Umfrage nach Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner des Nördlichen Fichtelgebirge als Grundgesamtheit und die der Stadt Marktleuthen speziell. Durchgeführt wurde die Umfrage in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Zwickau und gilt in ihrer Gesamtheit als repräsentativ, die Einzelergebnisse der Kommunen jedoch aufgrund des geringen Rücklaufs nicht:

Mit etwa 3% Beteiligung aller Haushalte und insgesamt 49 ausgefüllten Fragebögen war der Rücklauf der Stadt Marktleuthen der geringste aller beteiligten Kommunen. Die Beteiligung an der Umfrage nach Alter, Geschlecht oder Bildungsgrad sind jedoch ausgewogen verteilt und daher wichtige Tendenzen der Wünsche und Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger Marktleuthens trotzdem gut abzulesen. Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Beteiligung von Bewohnern umliegender Ortsteile (34,7%) ist auch der Anteil der Bewohner eines eigenen Bauernhofs mit 14,3% überdurchschnittlich hoch für Marktleuthen ausgefallen.

Buergerforum_Aktiv_im_Alter_Generation_1-2-3_Stadt_Marktleuthen_Mai_2009_2.jpgBei der Frage nach Bedarf und Wünschen ist insbesondere die "Schaffung von kurzfristigen Betreuungsmöglichkeiten" mit 60,4% als hoher Wert im Vergleich zu den allgemeinen Ergebnissen (49,5%) auffällig. Ebenfalls erhöhte Werte sind in Marktleuthen bei den Informationsbedürfnissen bei Beratung von pflegenden Angehörigen (32,7%) und der Darstellung von Angeboten regionaler Vereine in der Altenhilfe (24,5%) festzustellen. Hier ein Auszug weiterer schriftlich im Fragebogen vermerkter Wünsche und Anregungen für Angebote in Marktleuthen:
  • Schaffung eines Mehrgenerationenhauses, Senioren-WG's mit Betreuung
  • Organisation der Zusammenarbeit von Vereinen
  • Hol- und Bringdienste mit Anbindung an Märkte, Ärzte, Geschäfte etc.
  • Anlaufstelle für Hilfe bei Besorgungen und Arztbesuchen
  • Tagesbetreuung für ältere Menschen, die zuhause versorgt werden
  • behindertengerechte Gaststätten und Cafés
Die Umfrageergebnisse der 49 ausgewerteten Fragebögen nur für die Stadt Marktleuthen können Sie sich hier ansehen >>>
Die repräsentativen Ergebnisse der Umfrage für das gesamte Projektgebiet "Nördliches Fichtelgebirge" finden Sie hier >>>

Der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Stadt Hof, Herr Thomas Heyland, stellte anschließend den interessierten Zuhörern das Vorhaben zum Ausbau der im Herbst letzten Jahres gegründeten Sozialstation in der Stadtmitte von Marktleuthen vor. Orientiert habe man die Pläne unter Berücksichtigung der "Generation 1-2-3"-Umfrageergebnisse. Geplant werde u.a. eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige, ein Anlaufpunkt für Senioren und deren altersspezifische Fragen, eine Tagespflege und eine Betreuung dementiell erkrankter Menschen zur Entlastung der pflegenden Angehörigen. Weitere Angebote: ein offener Mittagstisch und Kontakttreff für ältere und jüngere Bürgerinnen und Bürger, Angebote der Sturz- und Inkontinenzprävention, Pflegekurse durch die Pflegekassen, Nachmittagsangebote organisiert durch ehrenamtliche Helfer, Hol- und Bringdienste, Vorleserunden für stark Sehbehinderte uvm.  

Hierzu soll im Sommer 2009 das Haus an den Egerauen mit der bestehenden Sozialstation erworben, saniert und umstrukturiert werden. Ein Wintergarten soll angebaut werden, ein Ruheraum, Pflegebad und weitere behindertengerechte sanitäre Bereiche geschaffen werden. Neu entstehen sollen auch eine Kochecke, Gymnastik-, Sozial- und Personalräume. Eine Neueröffnung wird für das Frühjahr 2010 angestrebt.

Buergerforum_Aktiv_im_Alter_Generation_1-2-3_Stadt_Marktleuthen_Mai_2009_3.jpgNach verschiedenen Rückfragen und Vorschlägen aus dem Publikum bzgl. Standortwahl, Finanzierung, Angebot der Kurzzeitpflege, Finanzierung der Pflegekassen und Einbindung Ehrenamtlicher, fragte Moderator Wolfram Lehmann nach der Resonanz der Anwesenden auf das geplante Angebot der Arbeiterwohlfahrt. Ohne Ablehnung und mit nur einer Enthaltung stimmten alle Anwesenden dem Konzept zu und wünschten sich seine Umsetzung. Auch seitens der Evangelischen und Katholischen Kirche, vertreten durch Pfarrer Schlottke und Pfarrer Mabaka, gab es ausdrückliche Zustimmung für dieses Vorhaben.

Abschließend bedankten sich Bürgermeister, Moderator und Projektleiter für die rege Beteiligung und Interesse und luden zur weiteren aktiven Begleitung der Umsetzung der AWO-Tagesstätte in Marktleuthen ein, insbesondere zur zukünftigen ehrenamtlichen Mitarbeit.

Eine Presse-Berichterstattung aus der Frankenpost zu dem Bürgerforum finden Sie hier hinterlegt >>>
Weitere Bilder vom Bürgerforum "Aktiv im Alter" aus der Stadthalle Marktleuthen finden Sie hier >>>